Pressemitteilung

Antje Vollmer: Bilder für die Wand ist eine Ausstellung mit “revolutionärem Anspruch”

Kassel — Der Kunst von Menschen, die geistig behindert genannt werden, einen Platz in der Kunstszene verschaffen zu wollen, ist nach den Worten von Bundestagsvizepräsidentin Dr. Antje Vollmer “eine knisternde Idee und ein revolutionärer Anspruch”. Sie ermutigte diejenigen, die die Ausstellung “Bilder für die Wand“ in Kassel zustande gebracht haben, ihren Anspruch gegenüber dem Kunstmarkt geltend zu machen. Bei der Eröffnung der Gemeinschaftsausstellung, an der sich 25 Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland und Österreich beteiligen, wies die Politikerin am Montag, 17. Juni, auf die künstlich gezogene Grenze hin, durch die behinderte Menschen in einen Sonderbereich abgeschoben würden. Diese Grenze werde durch die Ausstellung, die parallel zur Documenta 11 im Kasseler “Bruderhilfe-Haus” stattfindet, beispielhaft aufgehoben.

Gezeigt werden bis zum 15. September 130 repräsentative Arbeiten, die von einer Expertenjury im vergangenen Jahr ausgewählt wurden. Jurymitglied Professor Max Kläger, Neckargemünd, wies bei der Eröffnung auf den urspünglichen Charakter hin, der die Kunst von Menschen, die als geistig behindert gelten, auszeichne. Die gängigen Kategorien der abendländischen Kunst passten nicht auf diese Art der Darstellung, am ehesten sei die mit der “Kunst der Ethnien”, also von einfachen Volksstämmen vergleichbar. Allerdings gebe es zahlreiche individuelle Abweichungen von einer solchen Zuordnung. Die verwendeten Techniken sind Malerei, Grafik, Fotografie, Plastik, Skulptur und Objektbau, ebenso breit sind die Stilrichtungen.

Ein Bildband, der zur Ausstellung erschienen ist, stellt auf 100 Farbseiten die meisten der gezeigten Werke vor, Beiträge der Jurymitglieder illustrieren die bewusst subjektive Sicht, mit der die Jury sich der Kunst geistig behindert genannter Menschen widmet. Der Verein bietet seinen Bildband außer bei der Ausstellung in Kassel nur direkt an.

Die Namen der beteiligten Künstler


“Bilder für die Wand“ kann nur auf Grund freiwilliger Gaben und ehrenamtlicher Leistungen die Ausstellung ermöglichen. Der Verein wird finanziell gefördert von Aktion Mensch, Bruderhilfe-Pax-Familienfürsorge Versicherer im Raum der Kirchen, Evangelischer Kreditgenossenschaft und der Bank im Bistum Essen sowie weiteren Firmen und Einzelpersonen. Schirmherrin ist Dr. Antje Vollmer, alle vier Fachverbände der Behindertenhilfe in Deutschland unterstützen das Projekt.



Jürgen Simon, Pressesprecher
Johannes-Eisenlohr-Stra§e 65
72760 Reutlingen


Bilder für die Wand e.V.
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