Winfried Kostka

“Ich bin Maler”, beschreibt Winfried Kostka seine Arbeit im Kunstatelier Lebenshilfe Braunschweig, dem er seit 1992 angehört - Maler von Blumen, Bäumen, Giraffen, Häusern und Maler von Rot, Grün, Blau, Gelb und allen Farben, die man daraus mischen kann.
Winfried Kostka beschäftigt sich in seinen Bildern mit der Welt um sich herum und zeigt, was für ihn von Bedeutung ist. Im botanischen Garten sind es die Kübelpflanzen, die ihn faszinieren. Sie stehen auf gepflastertem Hof und sind mit einem Band an einen stabilen Pflock gebunden. Von der Wirklichkeit ausgehend, kommt Winfried Kostka zu einer dezidiert bildnerischen Lösung. Zerlegt in einfache Formen, Überschneidungen nach Möglichkeit vermeidend, breiten sich die Kübelpflanzen flächenhaft auf dem Blatt aus. Aus einer betonten, stammartigen Mittelachse wachsen kräftige Seitentriebe, die verschiedenfarbige Blätter und kugelige Blüten tragen. Der Pflock links neben dem Kübel bildet eine jeweils eigene Form, die jedoch nur dem Eingeweihten in ihrem Funktionszusammenhang erkennbar ist. Die Verbundsteine unter der Kübelpflanze reihen sich zu farbigen Gefäßen, die in anderen Bildern von Winfried Kostka als Becher und Kannen ein eigenständiges Sujet bilden. Farbflächen gliedern das Bild und unterstützen die Komposition. Sie nehmen als Hintergrund teilweise überraschend Bezug auf das Motiv, wenn sich zum Beispiel auf einem der Kübelpflanzenbilder die violette Fläche auch auf die Seitentriebe der Pflanze ausbreitet und die Blätter fast schwerelos wirken, oder der Baum auf einem anderen Bild schwebend an einem grünen Abgrund balanciert.
Die Bilder von Winfried Kostka zeigen ein sicheres Gefühl für Komposition und eine überraschende Farbverteilung, die Hintergrund und Motiv gleichwertig behandelt. Seine Bilder sind flächenhaft aufgefasst und stellen eine harmonische, geordnete Bildwirklichkeit dar. Die festzustellende Reduktion und Abstraktion setzt Winfried Kostka nicht bewusst ein als bildnerisches Mittel oder gar als Imitation moderner Kunst. Die reduzierte Formensprache ist seine größtmögliche Annäherung an den Gegenstand. Trotz der beständigen Wiederholung einzelner Motive arbeitet Winfried Kostka nicht nach einem starren Schema. Variationen in der Auffassung der Motive und vor allem die Wahl der Farben geben jedem Bild eine eigene Ausstrahlung.
Winfried Kostka lebt in Braunschweig in einer Wohngruppe der Lebenshilfe und arbeitet in der Werkstatt für Behinderte. Er malt seit 1992 im Kunstatelier. Er kommt zweimal wöchentlich für mehrere Stunden und nimmt regelmäßig an Workshops teil, z. B. im botanischen Garten, im Zoo, bei der Berufsfeuerwehr Braunschweig und zum Thema “Stadtansichten”. Die Zeit im Atelier reicht ihm jedoch längst nicht aus, so dass er sich auch zu Hause einen Platz zum Malen und Zeichnen geschaffen hat. Nach seinem Bild “Mann und Fußballplatz” entstand das Logo des Kunstateliers. 1995 erhielt Winfried Kostka den 1. Preis des Bundeskunstpreises für Menschen mit geistiger Behinderung der Carl-Müller-Mettnau-Stiftung, Radolfzell.

Ausstellungen:
1995
Salzgitter-Lebenstedt, Stadtbibiliothek
1995 Radolfzell, Villa Bosch
1995 Bonn, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
1998 Marburg, Arbeitsgericht
1999 Braunschweig, Städtisches Klinikum
1999 Weimar, Pavillon der Weimarhalle
1999 Braunschweig, Dom St. Blasii
2001 Braunschweig, Anwaltskanzlei Backhaus, Kramer, Maier

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