Detlef von Dossow

Detlef von Dossow wurde 1951 in Cottbus geboren, lebt seit 1966 in Lobetal und ist Maler und Sammler aus Leidenschaft.

Bereits 1967 wird Wolfgang Dörr, der ehemalige Leiter des Birkenhofs in Lobetal, auf Detlef von Dossows Kreativität aufmerksam und spricht die Bildhauerin Margit Schötschel darauf an, ihm eine künstlerische Förderung zu ermöglichen. Seitdem, also seit über dreißig Jahren, malt und bildhauert von Dossow regelmäßig zunächst im Birkenhof und seit 1991 in der Kreativen Werkstatt. In einer Einzelausstellung im Bonhoefferhaus zeigt Margit Schötschel 1989 über 70 seiner Arbeiten.
Seit Beginn letzten Jahres erlebe ich von Dossow vor allem in der Samstagmalgruppe und immer häufiger auch als Besucher in der Kreativen Werkstatt zwischendurch. Meistens bringt er ein interessantes Fundstück mit oder einige Zweige für die Vase. Manchmal überlasse ich ihm den Malraum, wo er selbständig und ungestört arbeiten kann, oder aber es werden voller Enthusiasmus eiligst Teile zusammengebracht, die zu einer Figur werden.
In der Malgruppe weiß sich von Dossow sehr schnell einen Zugang zu ermöglichen, wenn es darum geht, auch intensivere Betrachtungen bei Naturstudien für sich gestalterisch umzusetzen. Seine “Zugangsvoraussetzung” ist seine spontane Neugier und Offenheit, die ihn meist mit Vorfreude ans Werk schreiten lässt. Kaum scheint er auf Lob oder Kritik von Außen angewiesen zu sein. Voller Vertrauen folgt er einer Spur in seinen Bildern, die ihn sehr konzentriert und erfüllt wirken lassen. Hin und wieder mal fragt er: “Guck mal, so?”, doch dies eher, um einmal wieder Kontakt aufzunehmen.
Was Detlef von Dossow tut, tut er mit Hingabe, und das macht ihn in seiner freundlichen und stillen Art zu wirken auch zum Poeten, zum Erzähler zahlloser luminöser Naturimpressionen, die er von seinen Spaziergängen mitbringt und in seinen Bildern liebevoll gestaltet. Und unermüdlich, eben mit der Hingabe und Leidenschaft eines Sammlers, trägt er bei Wind und Wetter zusammen, was ihm irgendwie erfreulich und wichtig und daher aufhebenswert erscheint. Im Laufe des vergangenen Jahres bringt er Hunderte von Steinen, Ästen, Baumrinden und allerlei Plastikstücke von seinen Erkundungstouren mit. Ob als Auftragsmaler für die Gestaltung der Bühnenrückwand beim Lobetaler Jahresfest, als Plein-air-Maler in Polen oder nach Feierabend in der Kreativen Werkstatt, immer kommt er mit dem Ausdruck eines freundlichen, aber bestimmten Drangs, sich kreativ äußern zu wollen, der mich ihn fraglos als Künstler sehen lässt. Nur, dass er eben leider nicht wie jener die Möglichkeit besitzt, dieser seiner Leidenschaft den ganzen Tag nachgehen zu können, was er zweifellos täte. Seit Januar sind seine Fundstücke in Verbindung mit einer malerischen Gestaltung in einer Schrankwandinstallation im Saal Friedenshöhe in Lobetal zu bewundern. Bei diesem gemeinsamen Projekt konnte ich Detlef von Dossows Unermüdlichkeit wiederum nur bestaunen.

Bilder für die Wand e.V.
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